Dualität – Ein Spielfeld für Bewertungen
Dualität – Ein Spielfeld für Bewertungen

Dualität – Ein Spielfeld für Bewertungen

Das Thema der Dualität ist mir die letzte Woche mehrmals über dem Weg gelaufen und beschäftigt mich somit schon einige Tage. Durch Gespräche mit Freunden über die Dualität kam ich auf die Idee, meine Wahrnehmung aus meinem aktuellen Bewusstsein zu diesem Thema aufzuschreiben.

Was ist Dualität?

Aus meiner heutigen Sicht würde ich die Dualität als Aufteilung und manchmal auch Abtrennung des „Ganzen“ sehen. Das heißt, unterscheide ich Gut und Böse, Positiv und Negativ, Himmel und Hölle, usw. dann teile ich das „Ganze“ in Kategorien auf.

Ich habe oft mit einem Freund über das Auf und Ab des Lebens diskutiert. Er war der Meinung, das Leben verläuft wie ein Sinus. Um das Positive zu erleben, müssen wir, so meinte er, das negative durchgemacht haben, also +1 und -1. Ich vertrat die Meinung, warum kann es nicht immer +1 sein? (Meine Freundin hatte da noch einen besseren Ansatz, wenn jemand meint, das Leben geht auf und ab dann: Sinus +1.)

Als er sich in eine Krise befand, und er dieses als schlecht bewertet hat, sich darüber beschwert hat, habe ich ihn gefragt: Warum beschwerst du dich? Du wolltest doch, dass dein Leben auf und ab geht?

Und das ist genau die Frage, wie bewerte ich das auf und ab, wie sehr halte ich daran fest und glaube, dass das Leben so sein muss? Bewerte ich das +1 besser als das -1?
Meine aktuelle Wahrnehmung dazu ist, solange ich unterscheide und eine Seite besser bewerte als das duale Gegenteil, erschaffe ich immer beide Seiten mit.
Nehme ich das duale Gegenteil an, erkenne, es gehört zu mir und füge es zusammen, dann kann ich mich bewusst aus der Freude heraus für das Eine oder Andere entschieden.

Matthias wirft mir gerade einen guten Satz über das Netz zu: „Jede Bewertung erzeugt Trennung und hält dich in der Dualität fest.“  – Matthias Brückner

 Mit einigen Beispielen möchte ich dies gerne verdeutlichen:

Einmal die Woche nehme ich ein basisches Bad ein. Ein basisches Bad kann den Körper entsäuern. Bei mir stellte sich nun die Frage, wenn ich aus diesem Bewusstsein heraus ein Bad nehme, erschaffe ich erst dadurch das Säure- Base Spiel im Körper?

Oder wenn ich nur „gesunde“ Lebensmittel esse und scheinbar „ungesunde“ Lebensmittel mir entsage, erschaffe ich in dem Moment das Spiel der guten und schlechten Lebensmittel?

Beim intuitiven Essen wird gelehrt, dass zu essen worauf man Lust hast. Das wird darin begründet: Wenn ich die Lebensmittel vermeide, worauf ich aber Lust habe, dann erschaffe ich erst recht den Heißhunger darauf.

Noch ein Beispiel:
Wenn ich vom Mindset her, immer überall das Positive sehe, weil ich das Negative nicht anschauen will, verdränge ich dann einige nicht angenommen Aspekte von mir? Schlummern Sie dann nicht im Hinterstübchen und warten, vielleicht sogar verstärkt, bis sie durch ein Trigger wieder hervorkommen?

Die Lösung? Hier möchte ich die Gleichwertigkeit anbieten. Die Gleichwertigkeit wiegt beides nicht gegeneinander auf und unterscheidet nicht. Wenn ich etwas als Gleichwertig ansehe, bin ich nicht mehr in der Bewertung. Wenn ich nichts mehr bewerte, dann gibt es keine Trennung, keine Dualität. Und was habe ich davon?

Bevor wir dazu kommen, meine Sichtweise über das Bewerten:

Eine Bewertung zeigt mir immer auf, wo ich bei mir noch Themen habe. Finde ich den anderen zu Dick, Klein, Groß oder Rund, dann finde ich an mir was zu Dick, Klein, Groß oder Rund. Bewerte ich das Verhalten des anderen, dann spiegelt er mir was wieder, was ich bei mir noch nicht angenommen habe. Es ist also noch in Trennung.

Oder ein noch deutlicheres Beispiel: Nehmen wir mal an, dass Person A Trump gut findet, aber Person B meint, Trump spaltet. Person B ist so in der Emotion, dass er mit Person A, wegen dessen Meinung, nichts mehr zu tun haben will, somit spaltet Person B, und macht genau das, was er am Trump schlecht findet.

Also was habe ich nun davon, wenn ich das Spielfeld Dualität verlasse?

Wenn ich nicht bewerte, kann ich auf Ereignisse, Informationen, andere Menschen und dessen Handeln, und meinen Körper viel neutraler schauen und reagieren. Zum Beispiel habe ich manchmal meine Ansichten früher sehr emotional verteidigt. Was hat es gebracht? Dualität und Spaltung! Da der andere sich von meinen Ansichten abgeschreckt fühlte. Heute, wenn ich über selbige Themen aus der Neutralität, aus der Bewertungslosigkeit spreche, dann nimmt mein Gegenüber meine Meinung anders auf als früher. Er geht nicht im Widerstand und geht nicht in die Defensive.

Durch die nicht Bewertung kann ich zudem den anderen in seinem vollem Sein annehmen. Dadurch stecke ich den anderen in keine Schublade und verbaue mir nicht eventuell neue Möglichkeiten. Ich kann meinem Körper voll annehmen, weil ich Körperstellen, die ich früher an mir schlecht fand, neutral annehmen kann. Ich kann mich entscheiden, dass ich Sachen aus der puren Freude machen kann und nicht, weil ich bisher irgendwas vermeiden wollte. Nun esse ich Sachen die mir schmecken und gerade ist es leckeres Eis, welches ich in vollen Zügen genieße.

Übung:

Eine Einladung an Dich

Spüre in dich hinein und frage:

„Wo bewerte ich und was?
Ist es dein Umfeld, deinen Körper, deine Mitmenschen, das Weltgeschehen, usw.?“

Nimm all diese Bewertungen wahr und frage Dich: 

„Was steckt hinter dieser Bewertung? Woher kommt es?“

Wenn Du die Antworten gefunden hast, dann frage Dich:

„Kann ich die Gründe für die Bewertungen annehmen, transformieren und loslassen?“

Durch das Annehmen geschieht eine Akzeptanz, welche in die Einheit führt und somit kann ich das Thema loslassen. Der Kreis wird somit geschlossen.

Ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren.

4 Kommentare

  1. Diana Schröder

    1 Gedanke dazu (…Ich kann meinem Körper voll annehmen, weil ist Stellen, die ich früher an mir schlecht fand, neutral annehmen kann…)
    Was passiert, wenn wir vermeintlich unschöne Stellen des Körpers nicht nur neutral annehmen, sondern uns Vollgas darüber freuen? Nach dem Motto: oh was hab ich da interessantes gemacht? 🙂 LG

  2. Pingback: PODCAST NR. 006: Jede bewertung erzeugt trennung! – bewusst-sein-helden

  3. Pingback: Menschen wie Du und Ich – zeitenbewusstsein.de

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